Gegen sechs an einem Montagabend hat sich auf dem schmalen Uferstück eine Schlange gebildet von Menschen, die eben in ihrer Bürokleidung angekommen sind, die jetzt in Badehose oder Bikini auf Kieseln stehen, in der Hand einen bunten Beutel, so groß wie ein Kopfkissen.
Auch ich halte einen Beutel, und ich mache es so wie die anderen: werfe ihn ins Wasser und hechte hinterher. Und schon packt mich der Strom, zieht mich rein und raus. Ich bin im Rhein, mitten im Rhein, und der Rhein ist klar, grünblau, und er ist, oh, recht frisch. Ich erschauere – vor Freude und in Erwartung der süßen Gefahr, die vor mir liegt.
Eine süße Gefahr: So wurde mir das Rheinschwimmen angekündigt. Süß, weil man sich treiben lässt, aller Fesseln ledig. Gefahr, weil der Rhein…