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GEO EPOCHEGEO EPOCHE

GEO EPOCHE

97/2019

GEO EPOCHE ist das Geschichtsmagazin von GEO. Jede Ausgabe ist einem historischen Thema gewidmet - Epochen wie dem Mittelalter, Staaten wie Preußen, Weltreligionen wie dem Judentum. Geschichte schillernd und packend ohne Staub, Fußnoten und Zahlenkolonnen. Erzählt werden Geschichten über bedeutende Personen und dramatische Ereignisse, über Alltag und Kultur, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In genauen historischen Rekonstruktionen sowie opulenten Bildessays und Experteninterviews, mit Karten und Infokästen wird die jeweilige Epoche zum Leben erweckt und vor allem deren Alltag sinnlich nacherzählt. „Wir nehmen die Leser mit auf eine Zeitreise“, so lautet das Credo von Chefredakteur Michael Schaper.

Land:
Germany
Språk:
German
Utgivare:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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KÖP NUMMER
111,23 kr

I DETTA NUMMER

access_time3 min
liebe leserin, lieber leser

Die Herrschaft, die Europäer ab etwa 1500 allmählich über weite Teile der Welt ausübten, war im Grundsatz ein brutales System der Unterdrückung, gegründet auf Habsucht, Rassismus und missionarischem Eifer. Die Kolonialmächte gingen über Leichen, und ihre Regime hinterließen Traumata, die vielerorts noch immer nicht verheilt sind – wie in Nordamerika, wo es zur fast völligen Auslöschung der Ureinwohner kam, wie in Afrika, wo mehr als zwölf Millionen Einheimische versklavt und über den Atlantik verschleppt wurden, wie in Indien, wo das British Empire millionenfachen Hungertod hinnahm. So eindeutig also das moralische Urteil über diesen fast 500 Jahre währenden mörderischen Eroberungs- und Raubzug ausfallen muss – so sehr war der Kolonialismus gleichzeitig eine Erscheinung von „kolossaler Uneindeutigkeit“, wie es der Historiker Jürgen Osterhammel formuliert hat. Denn es gab nicht den Kolonialismus; vielmehr zeigte…

access_time3 min
die ankunft der neuen herren

Fortschritt auf SCHIENEN Zur effizienteren wirtschaftlichen Erschließung ihrer Überseebesitzungen bauen die Kolonialmächte zahlreiche Eisenbahnlinien: Auf den Schienen werden in der Regel Rohstoffe aus dem Landesinneren in die Häfen an der Küste verfrachtet. Die oft im schwierigsten Gelände vollendeten Bauvorhaben sind technische Meisterleistungen – und zugleich Symbole imperialer Herrschaft Die Ressourcen der GANZEN WELT Unstillbar scheint der Hunger der industrialisierten Kolonialmächte nach Rohstoffen. Naturkautschuk, Metallerze und Baumwolle werden aus den Besitzungen exportiert und in den Fabriken Europas, Amerikas und Japans weiterverarbeitet. Aber auch mit Genussmitteln wie Tee, Kaffee und Tabak lassen sich hohe Gewinne erzielen Mit der Kraft von Kohle und DAMPF Auf Afrikas großen Flüssen patrouillieren unter den Kolonialregimen immer mehr eiserne Boote. Denn in Gegenden ohne feste Straßen, wo jeder noch so schmale Pfad dem Dschungel mühsam abgerungen werden muss, sind die gewaltigen Ströme…

access_time7 min
unterwerfung der welt

Der Vertrag von Tordesillas ist das wohl anmaßendste Abkommen der Weltgeschichte: Vermittelt durch Papst Alexander VI. einigen sich darin 1494 zwei europäische Reiche über die Teilung der Erde. Etwa auf dem 46. Grad westlicher Länge trennt fortan eine Grenze den Globus. Östlich davon darf Portugal alle neu erkundeten Länder in Besitz nehmen, im Westen darf Spanien erobern und kolonisieren. Das Abkommen macht die Iberer zu Herren der Welt. Und so stechen sie nun weiter in See, um fremde Territorien zu unterwerfen und dauerhaft zu halten. Zwar hat es bereits im Altertum Entdecker, Eroberer und Kolonisten gegeben. So gründeten ab 800 v. Chr. griechische Städte wie etwa Korinth mehrere Hundert Ablegerstädte rund um das Mittel- und das Schwarze Meer, erschlossen nach und nach den Handel vor Ort, pflegten dort ihre eigene Kultur…

access_time25 min
kam pf den konquis tadoren

Spaniens Konquistadoren unterwerfen im Verlauf des 16. Jahrhunderts weite Teile der Neuen Welt. Mit Feuer und Schwert vernichten sie die Reiche der Azteken und Inka, erobern Mittel- und Südamerika, unterjochen Millionen Indianer. In ihren Konflikten mit den Einheimischen weichen die Angreifer nur selten zurück, gibt es in all diesen Jahrzehnten fast nie eine friedliche Einigung. Doch am Beginn der spanischen Landnahme scheint dies noch möglich – und tatsächlich kann ein Indianerhäuptling dem wohl mächtigsten Monarchen der Welt einen Frieden abringen. Zu diesem Triumph der Angegriffenen kommt es nicht in den Ebenen Mexikos oder auf den Andengipfeln – sondern am Ufer eines Salzwassersees im Südwesten der Karibikinsel Hispaniola, im Gebiet der heutigen Dominikanischen Republik. Dort geben die Konquistadoren Anno Domini 1533 den Kampf gegen die Ureinwohner auf. Der genaue Tag ist nicht überliefert, an dem…

access_time23 min
vorposten im indianerland

Glücksritter sind sie und Galgenvögel. Herrenmenschen und Hungerleider, Abenteurer und Aristokraten. Maulhelden und Marodeure, Tunichtgute, Trickser, allesamt verdreckt und verlaust nach der Schiffspassage über den Ozean. Ein verwegener Haufen von 104 Männern, darunter junge Kerle, manche fast noch Kinder, angeführt von einigen Älteren, unterwegs im Auftrag der jüngst gegründeten „Virginia Company of London“, einer Gesellschaft von Angehörigen des Hofs, reichen Kaufleuten und adeligen Großgrundbesitzern, die mit Billigung der Krone eine Kolonie im Norden der Neuen Welt errichten will, in Virginia, benannt nach der unverheiratet verstorbenen Königin Elisabeth I. 104 englische Kolonisten also waten an diesem 14. Mai des Jahres 1607 von drei Schiffen aus an Land durch das brackige Wasser eines Flusses, den sie zu Ehren ihres Monarchen James River getauft haben. Es sind die letzten Meter ihrer Reise – einer Reise…

access_time4 min
ringen um nordamerika

Langsam gleitet das Lilienbanner den Mast hinunter. Samuel de Champlains Albtraum ist wahr geworden: Québec, der von ihm gegründete Hauptort der französischen Kolonie in Nordamerika, ist verloren. Am 22. Juli 1629 hissen Engländer ihre eigene Flagge über dem Handelsposten am Sankt-Lorenz-Strom und beschlagnahmen den wertvollsten Schatz der Franzosen: mehr als 4000 Felle. Den größten Teil seines Lebens hat Champlain der Kolonisierung Kanadas gewidmet, hat Frankreichs Handelsbeziehungen mit den Indianern begründet. Und jetzt das Aus. Gut 100 Jahre zuvor hat der französische Entdecker Jacques Cartier die Region für die Krone in Besitz genommen und schon bald begonnen, Felle bei den Einheimischen einzukaufen. 1603 schloss sich Samuel de Champlain einer Expedition in das nun „Neufrankreich“ genannte Gebiet an. Fünf Jahre später gründete er den Handelsposten Québec, stieg zum Leiter der Kolonie auf und knüpfte…

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