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Art & Architecture
Baumeister

Baumeister

04/20

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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2 min.
editorial

Vor gut neun Jahren schrieb ich mein erstes Baumeister-Editorial. Das erste von 111. Dieses Einhundertelfte wird mein letztes sein. Ich gebe die Chefredaktion der Zeitschrift ab. Einer Zeitschrift, die mir ans Herz gewachsen, die ein Teil von mir geworden ist. Der Baumeister war mehr für mich als ein „Job“. Er war eine Mission. Die Mission, einen intelligenten Architekturdiskurs zu etablieren – in Zeiten, in denen die Erfolgswelle der sozialen Medien die Frage aufwirft, ob es noch Zeitschriften braucht. Oder überhaupt noch journalistische Medien. Ich bin überzeugt: Das braucht es. Ja, auch „im Internet“ wird Architektur verhandelt. Doch dort geben die Diskutanten – auch architektonisch versierte Diskutanten – der schnellen These den Vorzug vor dem genauen Blick. Positionen werden angedeutet, aber selten ausformuliert. Dies gilt gerade auch für jene Vertreter der…

1 min.
ein bild

Wo spielen Kinder? In der westlichen Welt zu einem Großteil wohlbehütet, auf DIN-Norm-zertifizierten Spielplätzen, die Eltern in Sichtweite. Oder auch zu Hause im bunten Kinderzimmer: mit wiederum zertifiziertem, im besten Fall nachhaltig produziertem, die Motorik, Fantasie und Kreativität förderndem Spielgut. Spielräume für Kinder, ob draußen oder drinnen, sind sorgsam konzipiert, seitens der Eltern, Hersteller, Planer. Man überlässt nichts dem Zufall. Doch außerhalb dieser Blase gibt es noch eine andere Welt der Kinder und ihrer Spielräume. Und die ist bitter, grausam und macht krank. Der Fotograf Sajjad Hussain hat sie besucht: die riesige Bhalswa-Deponie nördlich von Delhi, die sich über 20 Hektar ausdehnt und auf der auch Kinder tagtäglich unterwegs sind. Zum Spielen sind sie allerdings nicht hier. Sie leben und arbeiten hier als Müllsammler, wühlen sich durch Schichten von Abfall,…

5 min.
die entfremdung der dinge für traceure ist die stadt ein spielplatz, in der jedes hindernis willkommen ist. aber was passiert, wenn die parkourläufer selbst räume, plätze und bewegung gestalten? ben scheffler und martin gessinger vom berliner planungsbüro trace space wissen als profis, worauf es ankommt.

2011 kommt eine unerwartete Anfrage der Stadt Berlin. Als die Traceure Martin Gessinger und Ben Scheffler den Entwurf einer Parkour-Anlage in der Zwingli-Straße in Moabit bei der Planung unterstützen sollen, stehen die damaligen Mittzwanziger vor der großen Frage, ob man einen Parkour-Platz überhaupt bauen darf. „Es ist schließlich das Gegenteil von dem, wofür die Parkour-Philosophie steht“, erklärt Martin. „Du passt dich der Umgebung an, lautete damals der Leitsatz. Die Umgebung passt sich nicht dir an. Zu der Zeit war das verpönt.“ Als Parkour-Läufer der ersten Stunde finden die beiden selbstverständlich eine Lösung für dieses Grundsatzdilemma – im Umgang mit Hindernissen sind sie ja schließlich geübt. „Uns geht es darum, einen Ort für Bewegung zu entwerfen und nicht einen Ort für Parkour.“ Deshalb sehen die Traceure in dem Bau der neuen…

5 min.
in einem vorort von bordeaux erzählen antoine carde und siegrid péré-lahaille von éo, toutes architectures, wie sie durch architektur einen mentalitätswandel herbeiführen wollen.

Zwischen den eingeschossigen Einfamilienhäusern mit ihren gepflegten Vorgärtchen ragt es deutlich heraus: das Haus, vor dem Antoine Carde und Siegrid Péré-Lahaille vom Büro Éo, toutes architectures unser Treffen vereinbart haben. Die beiden Architekten haben hier ihren Wohnsitz inklusive Büroräume. Fertiggestellt wurde es 2014 auf dem schmalen Grundstück eines Wohngebiets in Bègles, einem Vorort von Bordeaux. Im Gegensatz zu den angrenzenden Häusern besteht das Gebäude aus einer leichten Stahlstruktur und stapelt alle Funktionen vertikal auf drei Geschossen. Man kann in diesem Zusammenhang auch von einem Manifest sprechen: In einer Region, in der die Suburbanisierung und die Zersiedlung dramatische Ausmaße angenommen hat, ist allein die Entscheidung, in einer monotonen Stadtlandschaft von Einfamilienhäusern und Gewerbebauten ein vertikales, dichtes Gebäude mit Nutzungsmischung zu entwerfen, ein starkes Statement. In Bègles ist die horizontale Ausdehnung allerdings nicht…

1 min.
projekte

Das eigene Wohnhaus der Architekten inklusive Büroräumen befindet sich in Bègles, einem Stadtteil von Bordeaux. Es besteht aus einer leichten Stahlstruktur und stapelt alle Funktionen vertikal auf drei Geschossen. Das Stahltragwerk wurde mit Aluminiumplatten und Dämmung aus dem Baumarkt gefüllt. Für ihren 2018 in Bordeaux fertiggestellten Sozialwohnungsbau „Locus Solus“ initiierten die Architekten einen partizipatorischen Prozess mit den zukünftigen Mietern des Komplexes. Das Gebäude gruppiert auf sieben Stockwerken 46 durchwohnte Einheiten mit Wintergärten, Gemeinschaftsräumen, Büroräumen und einer Kita. FOTOS VON UNTEN NACH OBEN: DAVID PRADEL, JEAN-CHRISTOPHE GARCIA, ÉO, TOUTES ARCHITECTURES…

7 min.
kopenhagen en miniature

Man kann es als ein beinahe unmögliches Unterfangen bezeichnen, heutzutage in der Innenstadt von Kopenhagen etwas von Grund auf neu zu bauen. Doch die „Kids‘ City“ in Christianshavn ist eine seltene Ausnahme der Regel. Das insgesamt 11.000 Quadratmeter große Gelände dieser „Kinderstadt“ ist ganz auf die Bedürfnisse der Altersstufen 0 bis 18 Jahre ausgerichtet. Die von Cobe und Nord Architects entworfene und im Jahr 2016 eingeweihte Kids‘ City integriert die alltäglichen Aktivitäten von über 700 Kindern, da es Kindergarten und Jugendclub in einer großen Tagesstätte vereint. Das dreieckige Grundstück ist einzigartig, denn es grenzt auf der einen Seite direkt an einen Kanal und auf der anderen Seite an den nördlichen Teil der Freistadt Christiania, einer 1971 gegründeten alternativen Wohnsiedlung. Der beinahe ländliche wirkende Refshale-Weg trennt die Kids‘ City vom heute weltberühmten…