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Meine Tante verkauft als Reiseverkehrskauffrau eigentlich Afrika-Reisen. Selbst in Tansania aufgewachsen, stand für sie schon früh beruflich fest, dass sie anderen Menschen diesen vielseitigen Kontinent näherbringen möchte. Seit 34 Jahren lernen ihre Kundinnen und Kunden durch sie die schönen und authentischen Seiten der afrikanischen Kulturen und Landschaften kennen. Dann kam Corona. Und von heute auf morgen war ihr Business futsch. So wie meiner Tante geht es weltweit zahlreichen Menschen. Die Pandemie hat Künstlern,Pilotinnen, Flugbegleitern, Wirtinnen, Kosmetikerinnen, Verkäufern und vielen mehr die Existenzgrundlage genommen. Sie alle können ihren Beruf seit über einem Jahr so wie gut nicht mehr ausüben. Ab wann sich das wieder ändert? Ungewiss. Dazu kommen Berufsgruppen wie Pfleger und Ärztinnen, die nicht mehr können. Und Arbeitskräfte aller Art, die einfach nicht mehr wollen. Die in ihrem Beruf keinen…
REDE UND ANTWORT Liebe stern-Redaktion, kürzlich haben Sie in einer Ausgabe den Corona-Impfstoff von Astra Zeneca mit durchaus fundierten Argumenten rehabilitiert. Können Sie mir erklären, welche Systematik hierzulande hinter der Demontage dieses Impfstoffs steckt? Dr. med. Jürgen Ronge, Kassel Sehr geehrter Herr Dr. Ronge, ich teile Ihre Einschätzung zur Sicherheit und Wirksamkeit des Vakzins. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Astra Zeneca erheblich zur Rufschädigung beigetragen hat. Das betrifft vor allem das Design der Zulassungsstudien, wie sich gerade wieder bei Auswertungen in den USA zeigt. Die wurden von den dortigen Behörden ungewöhnlich scharf und öffentlich bemängelt. Kritik verdienen aber auch wir. Vor allem die anfängliche Nutzung nur bei unter 65-Jährigen hat dem Ruf geschadet. Danach aber auch die Bewertung sehr seltener spezieller Hirnvenenthrombosen. Formal war das alles sicher vertretbar. Aber…
Eisglatt und gefährlich Das Eis am Baikalsee sieht fast wie ein Gemälde aus: Der perfekte, wenn auch nicht gemütlichste Ort für ein Drohnen-Selfie, fanden die russische Fotografin Elena Chernyshova (links) und stern-Reporterin Bettina Sengling. Eine Woche lang bereisten sie Orte am größten See der Welt. Eine Recherche mit Hindernissen: Erst blieb ihr Auto im Schnee stecken. Auf dem Weg über das gefrorene Wasser zu Ljubow Morechodowa, einer alten Dame, die am Baikal aufgewachsen ist, zerschnitten Eissplitter einen Reifen. Morechodowa hatte die beiden schon durch ihr Fernglas entdeckt und kam ihnen auf Schlittschuhen entgegen – Kufen, mit Kordeln an Filzstiefel gebunden. (Seite 82) Zu Dionys, dem Tyrannen ... Der eine ist Politiker mit Leib und Seele und sehr kulturbegeistert. Der andere Kulturschaffender und leidenschaftlich an Politik interessiert. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (l.)…
MYANMAR TOD EINES KINDES Maung Tun Tun Aung ist tot. Angehörige betrauern in der Stadt Mandalay den ungeheuren Verlust. Maung Tun Tun Aung war 15 Jahre alt, ein Junge, der ohne Vater aufgewachsen war. Er starb am Nachmittag durch Kugeln des Militärs, angeblich, als er gerade Wasser für seine Mutter holen wollte. So schreiben es Menschen auf Twitter. Zuletzt sollen Soldaten innerhalb eines einzigen Tages mehr als 100 Zivilisten getötet haben – teilweise durch Kopfschüsse. „Massenmord“, urteilt ein Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen. Unterdessen feiert sich das Militär mit einer Parade. Russland und China schauen zu. BRASILIEN SCHULTERBLICK Wer würde Jesus gern mal über die Schulter schauen? Cristina Ventura tut es. Die Architektin prüft den Fortschritt der Restaurierung der berühmten Statue „Cristo Redentor“ in Rio de Janeiro. Der Zustand der Blitzableiter…
Wenn man die Gemütslage vor Ostern zusammenfassen will, fällt einem dieser Spruch ein, der aus einem Partysong oder von Schopenhauer stammen soll: „Alles Scheiße, Deine Elli.“ An manchen Tagen musste ich auch an den Spruch auf einem T-Shirt denken, den ich in den 1980er Jahren mal gesehen habe: „Ich war als Kind schon Scheiße.“ Wenn es schlecht läuft in diesem Land, muss immer alles richtig schlecht sein. Wenn schon, dann ganzer Untergang, darunter machen wir Deutschen es nicht. Es läuft also nicht seit einigen Wochen nicht mehr,so der Tenor und das Geschrei, seit vielen Jahren geht es bergab, schon vor Corona war dieses Land am Ende, erstarrt, erschöpft und eingerostet. Wie immer haben solche Diagnosen ein paar Körnchen Wahrheit, sind aber heillos übertrieben. Haben wir uns im Sommer nicht noch…
HERZENSORTE Wir wissen noch nicht, wann, wir wissen noch nicht, wie – aber irgendwann werden wir wieder im Theater, im Konzert, in unserer Lieblingsbar sitzen. 18 Fotografinnen und Fotografen haben sich jetzt an ihren nach wie vor geschlossenen Sehnsuchtsorten in Hamburg in Szene gesetzt: in der Elbphilharmonie, in der Konzerthalle oder im Theater für Kinder. Auf 75 Litfaßsäulen sind die Fotomotive plakatiert. „Wir geben Hamburg Perspektive“ heißt das Kulturprojekt, das vor allem eins machen soll: Hoffnung. KAMILLE UND STIEFMÜTTERCHEN GEGEN SCHLÄGE Was aussieht wie ein Onlineshop für Naturkosmetik, ist in Wahrheit eine Anlaufstelle für misshandelte Frauen, die selbst zu Hause unter Beobachtung stehen. Über die Facebookseite „Rumianki i bratki“ (Kamille und Stiefmütterchen) können sich Gewaltopfer in Polen zum Beispiel nach einer „Creme“ für ein akutes Hautproblem erkundigen. Die Psychologin am…