Ich bin ein naiver und bedürftiger Mensch, jedenfalls, was das menschliche Miteinander betrifft: Ich habe es gern freundlich, nahbar und hilfsbereit, denn die Zeiten sind rau genug. Da muss man sich das Leben nicht noch extra schwermachen, in dem man sich gegenseitig mit fremden Menschen, die unter anderen Umständen vielleicht sogar gute Freunde, Liebespartner oder Arbeitskollegen werden könnten, auf der Straße anrempelt und anblafft. Ich weiß, ich weiß – die Jammerei über den Verfall der Sitten, sie ist ein Dauerbrenner, geradezu ausgelutscht, von gestern. Doch warum eigentlich? War sie jemals eine große gesellschaftliche Debatte, so wie der Klimawandel? Hat der Bundeskanzler je eine „Zeitenwende“ für unseren Umgang miteinander ausgerufen? Diskutieren unsere Talkshow-Hosts ausreichend darüber?
Keine Sorge, ich kann die Dimensionen schon noch auseinanderhalten, doch was wäre das für eine Welt,…
