SIE RUFEN: „BRUDER EKREM, DIE HOFFNUNG DER TÜRKEI“ Dieser Mann ist süchtig nach Menschen. Zwei Tage vor der Wahl, am Freitagabend,parkte sein Wahlkampfbus am Rand einer Hauptstraße. Ekrem İmamoğlu machte eine Pause vor der nächsten Rede, der Verkehr zog an ihm vorbei, ein paar Passanten, vielleicht zehn, fünfzehn Menschen, blieben vor dem Bus stehen.
Kurze Zeit später sollte er wieder vor Tausenden sprechen. Er war gerade erst stundenlang durch Istanbul gefahren, hatte aus dem Busfenster heraus Kinder gedrückt und Frauen auf die Wangen geküsst, eine Rede am Bosporus-Ufer gehalten, seine Stimme heiser geschrien.
İmamoğlu hätte im klimatisierten Bus bleiben können, Wasser trinken, sich ausruhen.Aber auf einmal ging die Bustür auf, und er trat auf die Straße, in die schwülheiße Istanbuler Sommerluft. Jubel, Gedränge, jeder wollte ihn anfassen, jeder wollte ein…
