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Culture & Literature
GEO EPOCHE

GEO EPOCHE

104/2020

GEO EPOCHE ist das Geschichtsmagazin von GEO. Jede Ausgabe ist einem historischen Thema gewidmet - Epochen wie dem Mittelalter, Staaten wie Preußen, Weltreligionen wie dem Judentum. Geschichte schillernd und packend ohne Staub, Fußnoten und Zahlenkolonnen. Erzählt werden Geschichten über bedeutende Personen und dramatische Ereignisse, über Alltag und Kultur, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In genauen historischen Rekonstruktionen sowie opulenten Bildessays und Experteninterviews, mit Karten und Infokästen wird die jeweilige Epoche zum Leben erweckt und vor allem deren Alltag sinnlich nacherzählt. „Wir nehmen die Leser mit auf eine Zeitreise“, so lautet das Credo von Chefredakteur Michael Schaper.

Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Frequency:
Bimonthly
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1 min.
liebe leserin, lieber leser

Der Autor Charles C. Mann hat vor einigen Jahren zwei viel beachtete Bücher veröffentlicht. Das eine trägt den Titel „1491“, das andere ist mit „1493“ überschrieben. Bemerkenswert ist hier vor allem das, was fehlt: Jenes Jahr, das wir alle als Schicksalsjahr abgespeichert haben, das Jahr 1492, in dem Christoph Kolumbus seinen Fuß auf amerikanischen Boden setzte – jenes Jahr ist wortwörtlich ausgespart. Das soll heißen: Es gab eine Welt davor und eine Welt danach. Wohl kein anderer historischer Moment hat die Geschichte eines Großteils der Menschheit so einschneidend verändert. Und die dramatische Entwicklung, die dabei in Gang gesetzt wurde, nahm ihren Anfang in der Karibik, schöpfte dort ihre ungeheure Kraft. Dieser rund 3000 Kilometer lange Inselbogen von Kuba bis Trinidad ist seither eine dynamische Region geblieben. Hier, in der Karibik, verquicken…

3 min.
zwischen zauber und elend

HAITI Der erste Staat JAMAIKA Geteilte Gesellschaft KUBA Die Königin der Antillen GUADELOUPE & MARTINIQUE Zucker und Zerstörung BAHAMAS Refugium der Reichen…

2 min.
das erbe der eroberer

Rund 700 karibische Inseln erstrecken sich in einem weiten Bogen zwischen den Landmassen Nord- und Südamerikas. Seit 8000 Jahren leben hier Menschen: Die Ära der Ureinwohner macht mehr als neun Zehntel der genannten Zeitspanne aus, doch zugleich ist über die Einheimischen nur wenig bekannt. Sie bringen zwar komplexe Kulturen und mächtige Reiche hervor, hinterlassen aber keine schriftlichen Aufzeichnungen. Und auch ihre mündlichen Traditionen sind verloren. Denn 1492 erreicht der Entdecker Christoph Kolumbus die Karibik. Und binnen weniger Jahrhunderte verändert sich die Region auf radikale Weise. Zunächst die Spanier, danach auch andere Nationen nehmen Eiland um Eiland in Besitz, bis sie die gesamte Inselwelt unter sich aufgeteilt haben. Die Landnahme kostet die meisten Einheimischen das Leben. Sie werden ermordet, sterben durch Zwangsarbeit oder an von den Fremden eingeschleppten Krankheiten wie etwa den…

10 min.
im garten eden

Sand, weiße Gischt, türkisfarbenes Meer. Vor vielen Inseln liegen Riffe; hinter Uferpalmen erstrecken sich Wälder und Savannen voller Tiere und Früchte. Regelmäßiger Regen erhält sie am Leben; das Klima ist fast gleichmäßig warm. Flüsse und Ozean bieten Fische im Überfluss, Muscheln, Schildkröten und träge, fette Seekühe. Rund 700 Inseln bilden diese Welt von ungewöhnlicher Schönheit und Fruchtbarkeit: Aus dem Meer erheben sich große Landmassen und winzige Eilande, hoch aufragende Bergkegel und flache Mangroven, gesäumt von breiten, weißen Stränden, andere von abweisenden Felsküsten. Ein Garten Eden für Jäger und Sammler, dessen Bewohner eines Tages beginnen, ihn mit Feldern zu überziehen. Und Mitte des 15. Jahrhunderts blüht dort eine Kultur, die kreativ ist und innovativ. Handwerker erschaffen verzierte Keramik, Bildhauer fantastische Skulpturen, Erzähler rezitieren kunstvolle Mythen. Machtvolle Häuptlinge gebieten über Dörfer und Reiche. Mitunter führen…

18 min.
das reich der gier

Ist es so im Paradies? Bisher hat das Leben für die Männer zu oft nur eines bedeutet: Entbehrungen. Zu Hause, in ihrer kargen kastilischen Heimat. Und auch zuletzt wieder, auf dieser großen Insel am anderen Ende der Welt. Der Entdecker Christoph Kolumbus hatte das Eiland ein gutes Jahrzehnt zuvor „La Isla Española“ getauft, „die spanische Insel“ – und von Gold und anderen Reichtümern geschwärmt. Das Großmaul. Denn von dem Gold haben sie hier noch nicht viel gefunden, die Suche ist aufwendig und zeitraubend. Dazu diese tödlich schwüle Hitze, die Schlangen am Boden und die stechenden Moskitos in der Luft. Aber jetzt ist alles anders. Junge, freundliche Frauen tanzen anmutig vor den Spaniern, so wie Gott sie erschaffen hat. Mit langen Palmwedeln fächeln sie ihnen einen kühlenden Lufthauch zu, servieren wohlschmeckende Speisen in Schalen…

1 min.
aus der redaktion

Alle Gewerke Das Kollektiv Üblich ist es an dieser Stelle, einzelne Mitarbeiter herauszuheben, die die jeweilige Ausgabe auf besondere Weise geprägt haben. Doch die Zeiten selbst sind noch immer so besonders, dass sich das nun auch hier niederschlägt. Die Corona-Pandemie zwingt uns weiter zu anderer Arbeitsweise, zu Homeoffice und Fernkommunikation. Und gerade in Zeiten von Videokonferenzen (oben), von nur virtuellen Treffen der Redaktion, ist eins umso klarer geworden: wie sehr jedes Heft – auch diese Ausgabe über die Karibik – vor allem ein Gemeinschaftswerk ist. Zwei Personen sollen dennoch extra erwähnt werden, Konzeptersteller Samuel Rieth und Fachberaterin Dr. Alexandra Gittermann. Zu finden oben. Irgendwo im Kollektiv.…