Jetzt weinen sie doch wieder, dabei wollten Rana und Frat A. gerade das gern vermeiden. Es soll nicht so aussehen, als wäre Süd-Sachsen für sie kaum besser als Süd-Syrien – auch wenn es sich oft so anfühlt. Vor allem aber wollen sie nicht undankbar wirken. Immerhin, so schiebt Rana schnell nach, habe es ihre Schwester Lena jetzt besser, die vor Kurzem weiter nach Leipzig floh. „Dahin, wo das Leben ist.“
Seit Lena, 43, die Wohnung verlassen hat, sitzen die Tränen bei Rana, 30, und Frat, 45, noch lockerer. Der ständige Abschied von geliebten Menschen zehrt besonders an ihnen, weil sie kein wirkliches Zuhause mehr haben. Da war erst der Abschied von einem ihrer Brüder, der in Assads schlimmstem Foltergefängnis sitzt. Dann der von ihrem Vater in Daraa, wo eine Rakete…
