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Vor einer Woche berichtete unser USA-Korrespondent Nicolas Büchse vom Tod des schwarzen US-Bürgers Ahmaud Arbery, der von drei Weißen auf offener Straße gelyncht worden war. Wieder einmal eine unfassbare Geschichte über den offenen Rassismus in den USA. In der Nacht, als der stern gedruckt wurde, starb erneut ein Schwarzer – wieder aus einem einzigen Grund: seiner Hautfarbe. Der mutmaßliche Mord an George Floyd, ausgeführt von einem weißen Polizisten im Dienst, war der Funke, der nun das ganze Land in Brand gesteckt hat. Bis zum Druck dieser Ausgabe gab es allnächtlich in immer mehr Städten heftigste Auseinandersetzungen zwischen Hunderttausenden Demonstranten, Polizisten und Nationalgardisten. Niemandem haben wir in den vergangenen Jahren mehr Titelgeschichten gewidmet als Donald Trump. Sehr früh hat der stern den US-Präsidenten in Führerpose gezeigt (siehe rechts unten) und damit…
stern Nr. 23/2020, „Wir Hochstapler“ – Wer soll die Milliarden bezahlen, die im Kampf gegen den Absturz der Wirtschaft mobilisiert werden? Wer immer herhalten muss Das Wer in der Frage nach der Bezahlung der Corona-Schulden ist weitestgehend überflüssig. Es werden die sein, die in diesen Fällen immer herhalten müssen. Man denke nur an die Finanzkrise 2008. Nicht die Schuldigen und die Verursacher wurden zur Kasse gebeten. Nein, über die Niedrigzinspolitik haben Sparer und für das Alter Vorsorgende Milliarden verloren und damit die Zeche zur Rettung von Banken und Staaten bezahlt. Und diesmal wird es nicht anders, die Grundrente steht schon wieder zur Finanzierung der Corona-Ausgaben zur Disposition. Dietmar Sobottka, Chemnitz Pulver verschossen Durch die Bremsspuren der Covid-19-Restriktionen wurden erhebliche wirtschaftliche Schäden angerichtet. Für die Reparatur dieser Schäden und zur Wiederankurbelung…
In einem Land voller Zorn Die Stimmung ist gefährlich angespannt in diesen Tagen in den USA. Korrespondent Nicolas Büchse erlebte während der Proteste die Wut und Trauer der Demonstranten, wie hier in New York. In Georgia erzählte ihm eine Mutter bei einer Gedenkveranstaltung für den von Rassisten ermordeten Ahmaud Arbery, warum sie mit ihrem sechs Jahre alten Sohn Zyon auf die Straße ging: „Wir sind hier, weil Zyon zur gefährdetsten Bevölkerungsgruppe in Amerika gehört. Wenn du schwarz bist und männlich, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dich Rassisten jagen oder die Polizei angreift oder sogar umbringt. Wir sind hier, damit Zyon leben kann in diesem Land.“ (Seite 22) Alte neue Grenzen In ganz Deutschland werden die Corona-Einschränkungen derzeit gelockert, gleichzeitig streiten die Ministerpräsidenten Bayerns und Thüringens darüber, wie viele Vorschriften…
USA STUMME MITESSER Ungewöhnlich, dass in einem Dreisternelokal Popcorn auf dem Tisch steht – doch die Gestalten im „The Inn at Little Washington“ in Virginia beklagen sich nicht, sind sie doch Schaufensterpuppen. Der Restaurantchef Patrick O’Connell nutzt die stummen Gäste, um seine Tische zu füllen. So fühlen sich die leibhaftigen Gäste, für welche die Abstandsregeln gelten, weniger allein. Außerdem können sie sicher sein, dass niemand am Nebentisch ihre Gespräche belauscht. Über eine Sache aber wundert sich O’Connell: Der Wein, der den Puppen serviert wird, sei am nächsten Morgen oft ausgetrunken. SCHWEIZ MUH UND MÜHE So ein Kuhleben kann ganz schön anstrengend sein: Kaum dass das Vieh wieder auf die Bergweide gelassen wird, beginnen die Rangeleien darum, wer die Chefin der Herde ist. Beim Alpaufzug (schweizerisch für „Almauftrieb“) in Fully-Randonnaz im…
Ein Rudel funktioniert in der Regel anders als eine Herde. Ein Rudel jagt. Eine Herde drängt sich zusammen. Als Christian Wulff, der Bundespräsident,2012 von Journalisten in den Rücktritt getrieben wurde, schrieb ich von Rudeljournalismus. Neue Vorwürfe, neue Vorwürfe, neue Vorwürfe, lautete das Mantra. Der ARD-Journalist Michael Götschenberg nannte das, was sich da abspielte und später mit einem Freispruch Wulffs vor Gericht endete, ein „moralisches Standgericht“. Konformismus und Opportunismus bewies der Journalismus ein Jahr später auch gegenüber Peer Steinbrück, dem Kanzlerkandidaten der SPD. Der wurde mit dem Ruf „neues Fettnäpfchen, neues Fettnäpfchen, neues Fettnäpfchen“ gejagt, etwa weil er keinen Pinot Grigio unter fünf Euro trinken mochte. Steinbrücks Tränen auf einem Parteikonvent offenbarten sein Leiden. Heute wird nicht gejagt,heute haben wir es mit Herdenjournalismus zu tun. Man drängt sich zusammen und fühlt…
Primaten-Comeback In den 1970er Jahren stand der Hainan-Schopfgibbon kurz vor der Ausrottung. Lediglich sieben oder acht Tiere lebten damals noch auf der chinesischen Insel. Mittlerweile hat sich die Population erholt. Auf mehr als 30 Tiere Quelle des Erfolgs Eine vielfältige Belegschaft zahlt sich aus. Das ergab eine Studie der Beratungsagentur McKinsey. Demnach sind Unternehmen mit hoher Geschlechtervielfalt überdurchschnittlich profitabel. GRÜNER GUCKEN Gerade herrscht Hochkonjunktur bei Netflix & Co. Aber die Lust auf Serien ist keine ganz saubere Sache: Etwa ein Drittel der durchs Internet verursachten CO2-Emissionen geht auf die Kappe von Streamingdiensten. Um eventuelle Gewissensbisse der Nutzer will sich die Plattform Plantyflix kümmern. Dort kann man als Kompensation für seinen Streamingkonsum Bäume pflanzen lassen Der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen in Westeuropa steigt weiter an. Das berichtet der deutsche…