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Mit dem Erfolg kommt die Häme. Das ist wohl so, man muss sich damit abfinden. Aber mich ärgert es, wenn ich in einer großen deutschsprachigen Tageszeitung einen Kommentar lese, in dem es heißt, Greta Thunberg würde auf einer „Segelyacht“zum UN-Gipfel nach New York „reisen“. Das klingt nach Sommer, Sonne und Aperol Spritz auf dem Achterdeck. Ich bin mir nicht sicher, ob Greta Thunberg weiß, worauf sie sich eingelassen hat. Am Tag vor Erscheinen dieser stern-Ausgabe will sie an Bord der Rennyacht „Malizia II“ nach New York aufbrechen, wo sie am 23. September auf dem UN-Klimagipfel auftreten will. Sie hat sich für diese 10- bis 14-tägige Tour entschieden, weil sie konsequent klimaneutral in die USA kommen wollte. Der deutsche Profisegler Boris Herrmann und sein Partner Pierre Casiraghi schlugen ihr vor, sie…
Entdecken wir unsere Gefühle neu! Selbst Schulmediziner räumen ein, dass viele körperliche Erkrankungen ihre Ursache im seelischen Leid haben.Erwin Chudaska, Leer Ursachen erkennen stern Nr. 33/2019, „Spür dich!“ – vom Glück, mit der Welt im Gleichklang zu sein Auch ich wollte mich vor einigen Jahren spüren, ich wollte verändern und nicht ertragen. Der Artikel hat mir im Nachhinein geholfen, die sozial-psychologischen Wurzeln für die Ursachen meines Burnouts zu erkennen, was meinem Psychotherapeuten damals nicht gelang. Vielen Dank dafür! Es wäre schön gewesen, wenn diese Erkenntnisse bereits vor Jahren bekannt gewesen wären. Stattdessen wurde viel im Nebel herumgestochert. Wolfgang Drescher, Detmold Alles geht unter Ich glaube nicht, dass wir den Kontakt zu uns durch die sozialen Medien verloren haben, sondern durch unseren Alltag. Ich bin 57 Jahre alt und würde mich…
Gretas große Reise Das Interview mit Greta Thunberg fand nur Stunden vor Andruck dieser stern-Ausgabe statt. Die Reporter Jonas Breng und Dominik Stawski setzten sich mit Greta vor die Hafenkneipe „Jolly Jacks“ im englischen Plymouth. Von dort segelt sie nach Amerika. Manche Kritiker sagen, jemand flüstere Greta die Antworten ins Ohr. Aber hier setzte sie sich allein an den Tisch, wich keiner Frage aus. Auch ihr Vater war nicht dabei. Einen Tisch weiter allerdings saß eine junge Frau aus dem Team, das die Segelreise organisiert. Als Breng und Stawski die vierte Frage zu Donald Trump stellten, wurde es der zu viel. „Letzte Frage“, sagte sie grimmig wie eine große Schwester. (Seite 26) Das Rätsel der Knochen Während seiner Zeit als Korrespondent in Südafrika hatte sich Marc Goergen schon in vielen…
ALBANIEN MASSENBEWEGUNG Sie haben sich versammelt, um zu beten. Und aus der Vogelperspektive erscheinen Menschen und Gebetsteppiche wie ein gigantisches Mosaik. Auf einem Platz inmitten der Hauptstadt Tirana begehen Tausende albanischer Muslime das islamische Opferfest Id al-Adha, welches als das höchste religiöse Fest im islamischen Jahreskreis gilt. Die Menschen gedenken dabei des Propheten Ibrahim, der eine schwere Prüfung bestand, indem er bereit war, Allah seinen eigenen Sohn Ismael zu opfern. Diese Überlieferung findet im Alten Testament ihre Entsprechung in der Geschichte von Abraham und seinem Sohn Isaak. ITALIEN WAHLKRAMPF Man stelle sich vor, Horst Seehofer würde in Badehose über den Tegernsee paddeln, Shakehands hier, Shakehands dort. Ein Innenminister auf Sommertour, so kann das aussehen: Matteo Salvini begegnet seinen Landsleuten dieser Tage gern oben ohne. Mal am Strand, mal auf dem…
Die Klimaschutz-Diskussion der Politik nährt eine gefährliche Illusion. Eine CO2-Steuer, heißt es, wird zwar einiges teurer machen, Benzin für Autos und Flugzeuge vor allem, doch der Staat wird das Geld nicht behalten, sondern den Menschen zurückgeben. Der Bürger soll verstehen: Klimaschutz kostet nichts, unterm Strich. Das aber gilt vielleicht für die „CO2- Bepreisung“, wie die Kanzlerin zu sagen pflegt, und da auch nur für den statistischen Durchschnittsbürger. Als Nullsummenspiel indes ist wirksamer Klimaschutz nicht zu haben. Wir müssen lernen, anders zu leben, radikal anders. Und das heißt vor allem: ohne Auto. Autofreie Innenstädte gehören auf die Tagesordnung. Und das beileibe nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes vor CO2 und Feinstaub. Es geht um die humane Wiederbelebung der Citys, um ihre Rückeroberung für den Menschen. Über den kulturellen Wandel, die kreative…
Präsident Jair Bolsonaro treibt die Abholzung des Amazonasbeckens zügig voran. Innerhalb eines Monats wurden jetzt 2254 Quadratkilometer Regenwald gerodet, jede Minute sieben Fußballfelder. Ist „Captain Motorsäge“, wie er in Brasilien genannt wird, noch zu stoppen? Momentan nicht. Das Budget für die eigene Umweltschutzbehörde hat er schon drastisch gekürzt. Den Leiter der weltweit anerkannten Weltraumbehörde, die per Satellit die Abholzung wahrheitsgemäß berechnet, hat er jetzt der Lüge bezichtigt und gefeuert. Und durch einen Luftwaffengefreiten ersetzt, der den Klimawandel anzweifelt und über den Kahlschlag sagt: „Das ist nicht mein Gebiet.“ Was bewirkt der internationale Druck? Nicht viel. Den NGOs im Amazonasbecken hat Bolsonaro den Kampf angesagt. Auf die Drohung der Bundesregierung,Millionenhilfen zu streichen, reagiert er mit Häme. „Die haben immer noch nicht begriffen, dass Brasilien ein neues Management hat“, rief er jetzt…