Ach, ihr Journalisten seid schwer zu beeindrucken“, höre ich manchmal. Mich ärgert dieser Spruch, weil er meinen Kollegen und mir unterstellt, die Welt nach anderen, eigenen Maßstäben zu messen.
Natürlich haben wir uns – wie Ärzte oder Feuerwehrleute – einen Schutzpanzer zugelegt, damit das Leid, mit dem wir im größeren Maß konfrontiert werden, nicht die Seele angreift. Doch Freude und Schmerz empfinden wir wie jeder Mensch.
Wie Sie sicher auch war ich schockiert, als kürzlich morgens Live-Bilder eines brennenden Hochhauses in London im Fernsehen gesendet wurden (Seite 8). Bin in Gedanken bei den Menschen gewesen, die in ihren Wohnungen eingeschlossen waren. Und es hat mich tief betroffen, als die Zahl der Toten stieg und stieg.
Zum Schluss kam noch die Wut, als Journalisten aufdeckten, dass die Regierung das Risiko einer…