Liebe, Tennis, Amselfelder
In seinem literarischen Debüt „Raumpatrouille“ erzählte Matthias Brandt 2016 in Kurzgeschichten von einer Kindheit und Jugend, die so anders war – von einem Leben als Kanzlersohn, der eigentlich viel lieber ganz normale Eltern gehabt hätte. In seinem neuen Roman „Blackbird“ erfüllt er sich den Wunsch, an einer Durchschnittsjugend teilzuhaben, immerhin als Autor: Ende der 70er-Jahre hängt Motte mit seinem Kumpel Bogi ab, hört David Bowie, versteckt Flaschen mit Amselfelder Wein im Schuppen. Doch dann ist auf einmal alles anders: Mottes Eltern trennen sich und Bogi kommt ins Krankenhaus. Jetzt gibt es den „Non-Hodgkin“-Bogi, und seit Kurzem auch Jacqueline Schmiedebach, der Motte beim Tennisspielen zusieht. „Blackbird“ ist ein astreiner Coming-of-Age-Roman, in dem Tod und Verheißung eine zarte, aber explosive Verbindung eingehen. Brandt schreibt so schnoddrig, so authentisch, so…
