Ein Café in Köln-Ehrenfeld,an einem Samstagmittag. Giulia Becker braucht einen kurzen Moment, um anzukommen, bevor das Interview losgeht. Erst einmal eine Maracujasaftschorle, erst einmal durchatmen. Sie hat einen aufregenden Abend hinter sich: Ihr gerade erschienener erster Roman war für den Debütpreis des Literaturfestivals Litcologne nominiert, sie musste bei einer Lesung gegen zwei andere Nachwuchsautoren antreten, auf einem Schiff, das den Rhein entlangschipperte, das Publikum entschied durch Abstimmung. Becker erzählt, wie nervös sie vorher war, dass sie außerdem ein bisschen seekrank wurde, und überhaupt scheint ihr das alles etwas unangenehm gewesen zu sein. Am Ende gewann sie den Preis.
Es gibt Leute, die scheinen geborene Showmaster zu sein, die sind auch abseits von Bühnen laut, sendungsbewusst, bespaßen mühelos die ganze Tischgesellschaft, funkeln. Giulia Becker hingegen gehört zu jener Sorte Unterhalter, denen…