Die Waffen von Tier und Pflanze und Mensch sind in diesem Berliner Garten, so scheint es, einigermaßen gerecht verteilt.Helga Pick-Fuß, 63 Jahre alt, gesegnet mit grünem Daumen, führt gerade durch ihre 240 Quadratmeter große Parzelle in der Schreberkolonie am Westkreuz. Alte Zypressen spenden Schatten, am Goldlack summen Bienen, es blühen Rittersporn, Klatschmohn, Lupinen, Anemonen – aber da, an den Rosen, sitzt eine Rosenblattrollwespe. Frau Pick-Fuß sieht sie, tritt nahe heran – und pflückt die befallenen Blätter einfach ab.
EIN GARTEN BRAUCHT ZEIT UND LIEBE – KEIN GIFT Nein, diese Gärtnerin ist keine Mörderin. Sie setzt am liebsten auf die vielfältigen Kräfte der Natur. Spatzen sind ihr Frühwarnsystem für Läusebefall – wenn die Vögel kommen und picken, weiß sie, die Läuse sind da, und spritzt abends Wasser auf die Kolonien. Um…