„WAS PASSIERT, WENN ICH MICH SELBST VERBRENNE?“ Es war Oktober, die Luft noch warm, als Irina Murachtajewa, 47, am späten Vormittag im Laden „Rus“ einkaufen ging: Sie besorgte ein Seil und zwei Flaschen Kerosin. Im Supermarkt daneben kaufte sie ein Päckchen Streichhölzer, es war 11.23 Uhr, ihre Tochter Margarita fand die Abbuchung später im Online-Banking.
Mit dem Kerosin in der Tasche lief sie in die Fußgängerzone ins Café „Tschortotschka“, dort jobbte Margarita, 21. „Sie gab mir ihre Bankkarte und Geld“, erinnert sie sich. „Beides war für Papa.“ Margarita wunderte sich, dachte sich aber nichts dabei: Ihre Mutter, die sich als Journalistin auch Slawina nannte, hatte dauernd Ärger mit Behörden. „Vielleicht hatte sie Angst, dass ihr Konto gesperrt wird“, überlegte sie. Irina umarmte sie zum Abschied.
Vor dem Polizeigebäude in Nischnij…