Ein Kind, das ertrinkt, stirbt still. Zum Schreien fehlt ihm meist die Kraft. Wie ein Stein sinkt es herab, Wasser strömt in die Lungen, der Tod kommt schnell.
Als Irin, heute 12, vor zwei Jahren beobachtete, wie zwei Jungen in den Teich hinter ihrer Schule stürzten und der eine lautlos unterging, statt wie sein Freund Richtung Ufer zu paddeln, rannte sie sofort los. Im Laufen schnappte sie sich ein Bambusrohr, hielt es dem Fünfjährigen hin, er griff danach, es war seine Rettung.
In Bangladesch, wo Irin und die Jungen leben, haben nicht viele Kinder so ein Glück. Jedes Jahr ertrinken hier fast 13 000 Mädchen und Jungen; nahezu jedes zweite Kind, das zwischen dem ersten und fünften Geburtstag stirbt, lässt auf diese Weise sein Leben. Denn Wasser ist hier oft…
