Lille, Nordfrankreich. Die Luft ist frühlingswarm, und Marine Le Pen weiß, dass dieser Tag gut für sie werden wird. Seit zwei Stunden schon sind ihre Anhänger im „Zénith“ versammelt, einer Veranstaltungshalle, in der sonst vor allem Bands spielen, Placebo zum Beispiel oder Deep Purple. 7000 Leute passen rein, 7000 sind gekommen. Hausfrauen, Omis, Mindestlohnempfänger, Rentner in Anoraks, Schüler in Turnschuhen. Vor allem aber rechtsnationale Stammwähler mit Front-National-Anstecknadeln und Wahlkampfhelfer, die mit leuchtenden Augen Stimmung machen, die Fahnen schwenken und rufen: „Marine Présidente!“ Marine, Präsidentin! Und: „On est chez nous!“ Das ist unser Zuhause! Später werden sie Feuerwerksböller zünden.
In knallrotem Jackett und hochhackigen roten Pumps marschiert Marine Le Pen von Kameras und Fotografen begleitet durch das tosende Spektakel zur Bühne, beugt sich zum Mikrofon, augenblicklich wird es still. Tief und…