Björn Lengwenus schlendert durch seine Schule, auf leeren Gängen, wo vor Wochen noch gelacht wurde, und vorbei an leeren Zimmern, in denen nicht mehr gelernt wird. An normalen Tagen kommen etwa 1600 Schülerinnen und Schüler an die Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg, doch wie im Rest der Republik ist auch in Hamburg-Dulsberg längst nichts mehr normal.
Lengwenus, 47, seit fünf Jahren Rektor der Schule, ist leidenschaftlicher Schachspieler. Er weiß, dass man Entscheidungen treffen muss, bevor die Uhr abläuft. Dass man mal eine Figur verlieren kann, um am Ende zu gewinnen. „Wir müssen jetzt pragmatisch handeln“, sagt er.
Deshalb hat er eine „Poststelle“ eingerichtet, in der den Schülern individuelle Päckchen geschnürt werden, mit Arbeitsblättern, Rechenschiebern, Legeplättchen – sie werden von Honorarkräften verteilt. Die Lehrer arbeiten an ihren Laptops von zu Hause…