Seit diesem Frühjahr macht Christina Dütting häufig etwas, wovon ihre Kinder nichts wissen. Abends, sagt sie, wenn alle schlafen, drückt sie leise die Türklinken runter und geht in die Zimmer der Kinder. Erst zu Paul, dem Kleinsten, dann zu Emma, zum Schluss zu Anna, der großen Schwester. Auf Zehenspitzen schleicht sie an die Betten und betrachtet die Gesichter der Kinder. Wie sie daliegen und schlafen, so friedlich, ruhig und entspannt. Als wäre ihre Welt noch in Ordnung.
Christina beugt sich hinunter, langsam, immer weiter, und schnuppert an der Haut der Kinder. Sie schließt die Augen, erinnert sich an die Geburt, daran, wie es war, Paul, 5, Emma, 8, und Anna, 12, das erste Mal im Arm zu halten. „Ich liebe dich, Paulchen. Ich liebe dich, Emmchen. Ich liebe dich,
Ihre…