Eine hübsche Eigenheimsiedlung nahe der nordkolumbianischen Küstenstadt Cartagena de Indias. 97 bunte Reihenhäuser, jedes mit Wohn- und Schlafzimmer, Küche, Bad, Terrasse. Dazwischen Palmen, Mangobäume, spielende Kinder. Doch die Idylle trügt: Die Frauen, denen die Häuschen gehören, haben Schreckliches erlebt. Im Bürgerkrieg, der hier bis 2016 fast ein halbes Jahrhundert lang tobte, verloren sie ihre Kinder oder ihre Männer, wurden verletzt, vergewaltigt.
„Ciudad de las Mujeres“, Stadt der Frauen, haben sie ihre Siedlung genannt, hier wollen sie Frieden finden. Männer dürfen zwar auch hier leben, manche der Frauen haben Ehemänner, Söhne, Schwiegersöhne. Doch sie müssen sich an die Regeln halten: keine Drogen, keine Waffen, keine Gewalt. In Kolumbien klingt das wie eine Utopie.
Rund 20 Kilometer entfernt, im Zentrum von Cartagena de Indias, sitzt in einer Wohnung voller Bücher über Menschenrechte…
