Es klingt harmlos, wenn eine Frau im polnischen Online-Kosmetikshop „Kamille und Stiefmütterchen“ nach Make-up fragt oder erzählt, sie habe Probleme mit ihrer Gesichtscreme, weil da Alkohol drin sei und Entzündungen verursache. Doch die Mitarbeiterinnen des Shops wissen dann genau, was diese Frau meint: Sie hat blaue Flecken, die das Make-up abdecken soll. Oder einen gewalttätigen Alkoholiker im Haus und kann nicht offen sprechen. Wenn sie dann eine „Bestellung“ aufgibt und ihre Adresse mitteilt, ist das das Signal, die Polizei zu schicken.
„Kamille und Stiefmütterchen“ tarnt sich als Onlineshop, damit sich Frauen, die häusliche Gewalt erleben, per Text, Mail oder Anruf Hilfe holen können, ohne dass der Aggressor etwas mitbekommt. „So können Frauen über ihre Situation sprechen, auch wenn der Täter im Raum ist“, sagt Krystyna Paszko. Die heute 18-jährige Polin…
