Strömungen bilden sich oft unter der Oberfläche, wer sie nicht erkennt, wer sie nicht nutzt und stattdessen gegen sie zu kämpfen beginnt, ist verloren. „Strömung“ heißt denn auch der erste Roman von Jakob Augstein, „Freitag“-Verleger und „Spiegel“-Miteigentümer. Er handelt von einem Politiker, der zu spät erkennt, wie schnell die Welt sich verändert. Er merkt, dass seine Bühne bröckelt,seine Argumente plötzlich neuen Gegenwind erzeugen. Seine Rezepte wirken überkommen, seine einst als brillant gelobte Rhetorik nur noch peinlich: „Ich bin Franz Xaver Misslinger, und ich sage immer, bei mir hört das Scheitern mit dem Namen auf.“
Mit seiner Tochter reist er,einst Shootingstar, jetzt Generalsekretär der Liberalen, nach New York. Er hofft auf Inspiration für eine richtungsweisende Rede. Doch schon seine Angst-Attacke im Flugzeug offenbart die ganze Traurigkeit seiner Figur. Er versucht die…