Um an Menschenhaar zu gelangen, sind die Männer und Frauen 50 Kilometer weit gefahren. Um sechs Uhr morgens waren sie in ihrer Heimatstadt im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu aufgebrochen, jetzt schieben sie ihre Mopeds durch die Straßen eines Dorfes und schalten die Lautsprecher an, die an den Lenkern festgemacht sind: „Wir kaufen Haare, die im Kamm hängen geblieben sind!“, tönt es vom Band. „Wir kaufen schon ab zehn Gramm! Wir kaufen auch graues Haar!“
Die Bewohnerinnen des Dorfes treten auf die Straße und reichen den Käufern ihre Haare, als Stränge oder Knäuel, die sie etwa nach dem Kämmen aufbewahrt haben. So berichtet es ein Reporter der indischen Zeitung „The Hindu“. Die Frauen bekommen ein wenig Geld für die Ware, die hier, in einer armen Gegend, wohl kaum mit chemischen Färbemitteln…
