Je schriller die Töne aus Ankara werden, so scheint mir, desto hilfloser wirkt unsere Regierung. Während Präsident Erdoğan den Deutschen „Nazi-Praktiken“ vorwirft, hält sich die Bundeskanzlerin wie üblich zurück. Vizekanzler Sigmar Gabriel mahnt die Türken, sie sollten unsere Regeln respektieren, und Justizminister Heiko Maas warnt, man dürfe sich nicht provozieren lassen. Das kann man besonnen nennen – oder ängstlich. Der Flüchtlingspakt mit Erdoğan erweist sich jetzt als fatal, und er ist nur eines von seinen Druckmitteln.
Der türkische Präsident spielt schon lange nicht mehr nach demokratischen Regeln, führt sich zu Hause auf wie ein Alleinherrscher und will auch unter den Türken in Deutschland für sein umstrittenes Referendum werben. Dafür nimmt er für sich Freiheiten in Anspruch, die er anderen versagt – wie nun, einmal mehr, im Fall des „Welt“-Korrespondenten Deniz…
