Als sich am Rande Basels das Fenster einer Mietskaserne öffnet, kommt hinter einer Häkelgardine eine Frau in beigefarbenem Strickpulli zum Vorschein. Sigrid Mützel*, 46 Jahre alt, hat die langen braunen Haare zu einem lockeren Zopf gebunden, in ihren Augenhöhlen nisten dunkle Schatten. Ihre Familie, sagt sie, sei Opfer eines schrecklichen Verbrechens geworden.
Rund 180 Kilometer entfernt, in einer Wohnstraße auf der Schweizer Seite des Bodensees, liegt eine Erdgeschosswohnung mit großen Fenstern und kahlen Wänden, keine Möbel. Die Tür ist noch voller Aufkleber, darauf Überwachungskameras, Kampfhunde, Totenköpfe. „Die beiden Brüder mit den Rottweilern“, sagt eine Nachbarin, seien vor etwa einem halben Jahr verschwunden. Von den Hausdurchsuchungen und Vernehmungen durch die Polizei weiß sie offenbar nichts.
Die Frau im Fenster und die verwaiste Wohnung sind Teil einer Geschichte, die ins Herz einer…