Hazal ist wütend. So richtig. Eine tiefe Dauerwut, auf alles, auf jeden, auf sich selbst. Ist halt auch alles nicht so geil, mit 17 in Berlin-Wedding als Deutschtürkin, mit einem ignoranten Vater, der schon mal zuschlägt, einer unglücklichen Mutter, die einem alles verbietet, und einem jüngeren Bruder, der zu Hause den Pascha spielt. Früher wollte Hazal mal Ärztin werden. „Weil ich dachte, man verdient viel Geld. Und weil Ärzte krass respektiert werden. Ich denke, ich habe gewollt, dass die Leute denken: Wow, Hazal ist Ärztin und voll reich. Respekt.“ Stattdessen jobbt sie in der Bäckerei ihres Onkels, hängt in Seminaren des Jobcenters fest und schreibt erfolglos Bewerbungen.
Der Debütroman der in Berlin lebenden Autorin und Journalistin Fatma Aydemir ist ein Buch, das man ohne Pause durchlesen will. In klarer, einfacher…