Mir fehlen die Menschen. Jetzt, da ich wieder vorsichtiger geworden bin und das Haus seltener verlasse. Nicht die Menschenmenge, ich brauche kein Gedränge um mich herum. Aber der intuitive Kontakt, das kurze Gespräch, das Spontane, aus dem sich manchmal etwas entwickelt, ein richtiger Austausch, ein neuer Gedanke oder gar eine interessante Begegnung. Selbst der Smalltalk an der Brottheke misslingt, weil die kleine Bemerkung, freundlich oder witzig gemeint, hängen bleibt in der Maske und all den Plexiglasscheiben. Heraus kommt irgendein Gestammel, das mit fragendem Blick und „Jaja, ist alles etwas doof gerade!“ beantwortet wird. Situation gerettet, Gespräch tot.
Wie und wo lerne ich Menschen kennen? Man plant das ja nie. Sie begegnen mir irgendwo zufällig, man empfindet gegenseitig Neugier, tastet sich mit Fragen und Antworten ab. Daraus wird öfter weniger als…
